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Bewerbungstipps: Wie Sie sich als Verkaufsleiter besser verkaufen

Anfang März habe ich einen Vertriebsleiter für ein Unternehmen gesucht, das ich seit vielen Jahren betreue.

Die Resonanz auf unsere Anzeige war erfreulich groß, die Durchsicht der Unterlagen jedoch eine äußerst ernüchternde Erfahrung. Von 45 Bewerbern kickten sich rund zwei Drittel bereits bei der Vorauswahl ins Aus. Anbei fünf wertvolle Tipps, die Ihnen als Vertriebsleiter helfen sollen, die formalen Hürden besser zu meistern:

1. Pole Position statt Boxengasse
Das Anschreiben ist kein Anhängsel, sondern gehört direkt in die E-Mail. Es ist das Proposal, mit dem der Bewerber den Arbeitgeber von sich überzeugen möchte. Deshalb verdient es die Pole Position. Ein gutes Anschreiben fasst die Vorzüge des Bewerbers in 150 Wörtern kurz und knackig zusammen.

2. Klarheit statt Verwirrung
Derjenige, der Ihre Unterlagen sichtet, hat wenig Zeit. Pro Bewerbung maximal eine Minute. In dieser Zeit müssen Sie gewinnen und alles vermeiden, was den Filtermenschen verwirrt. Deshalb sorgen Sie für einen maximal dreiseitigen, sprachlich eindeutigen und optisch klar strukturierten Lebenslauf. Besonders positiv wirken konkrete Erfolgszahlen im Lebenslauf.

3. Maßanzug statt Massenware
50 Prozent der Bewerber scheitern bereits an den formalen Hürden: In 20 Prozent aller Bewerbungen finden sich Tippfehler, 70 Prozent verwenden standardisierte Anschreiben. Massenware, die zeigt, dass sich der Bewerber nicht über das Unternehmen informiert hat, fällt erfahrenen Personalchefs sofort ins Auge und senkt die Chance auf ein Bewerbungsgespräch.

4. Porsche Carrera statt Monster Truck
Wer das E-Mail-Postfach des potenziellen Arbeitgebers durch mehrere Anhänge mit großem Datenvolumen sprengt, macht sich sofort unbeliebt. Ideal ist eine einzige, gut strukturierte pdf-Datei mit Inhaltsverzeichnis. Monster Trucks mit 14 Anhänge(r)n werden sofort auf die nächste Ausfahrt geleitet. Ein PS starker, aerodynamischer  Porsche liegt bei Personalchefs hingegen ganz weit vorn.

5. Setcard statt Schnappschuss
Ein Vertriebsleiter ist kein Model und braucht somit auch keine Setcard. Ein von einem professionellen Fotografen gemachtes Bewerbungsfoto sollte es aber schon sein. Schlecht ausgeleuchtete, unvorteilhafte Schnappschüsse aus dem privaten Fotoalbum haben in einer Bewerbung nichts zu suchen.

Wie sind Ihre Erfahrungen beim Recruiting von Vertriebsexperten? Welche weiteren Tipps haben Sie, um die formalen Hürden elegant zu meistern? Wir freuen uns auf Ihr Feedback und Ihre Anregungen!

Comments 2

  1. Kurt Ernst

    Meine Erfahrung:
    Der eine will es so, der andere will es ganz anders und die dritte will es wieder komplett nicht so, wie es die beiden anderen wollen.
    – Die einen wollen das Anschreiben in der e-mail. Die anderen wollen das Anschreiben als PDF zum ausdrucken.
    – Die einen monieren Tippfehler, die anderen wissen, daß man als älterer Mensch noch eine andere Rechtschreibung gelernt hat und es auch noch keine gesetzliche Verpflichtung zur Benutzung der im Augenblick aktuellen Rechtschreibung gibt. Und was ist überhaupt die heute verbindliche Rechtschreibung?
    – Die einen wollen eine einzige PDF mit allen Bewerbungsunterlagen, meist nicht größer als 2MB. Die anderen wollen getrennte PDFs von Lebenslauf, Arbeitszeugnissen und Bildungszeugnissen. Und die dritten wollen nur über ihre Homepageformulare Bewerbungen akzeptieren.
    Viel wichtiger als genaue Infos zum Unternehmen ist daher die Antwort auf die Frage “Wie hätten Sie es denn gern, Herr Personalentscheider?”

    Und zum Thema Foto halte ich das letzte Wort auch noch nicht gesprochen. Wozu sollen Fotos in der Bewerbung gut sein, wenn nicht zur Diskriminierung der Bewerber?

  2. Post
    Author
    Dr. Michael Franz

    Herr Ernst, eine Reihe wichtiger Punkte:
    – Anschreiben: Am besten in der Email und nochmal im PDF
    – Tippfehler sind einfach nicht akzeptabel. Ob neue oder alte Rechtschreibung ist denke ich egal.
    – Zu den Anhängen gilt einfach: Mach es dem Screener so einfach wie möglich. Deshalb im Zweifel alles in ein PDF.
    – Foto dienen natürlich der Auswahl. Deshalb ein gutes Bild oder gar keins. Auf jeden Fall kein schlechtes.

    Letztlich sind Bewerbungsunterlagen auch Verkaufsunterlagen und ich denke man sollte die gleichen Maßstäbe daran anlegen um erfolgreich zu sein. Was meinen Sie?

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