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Sollten Vertriebsmitarbeiter bloggen?

Sollten Vertriebsmitarbeiter Zeit, Energie und Nerven in das Bloggen investieren? Fördert dieses zum Teil erhebliche Zeitinvestment der Vertriebsmitarbeiter den erfolgreichen Verkauf? Diese wichtige Fragen diskutiert David Brock in seinem Artikel “Should Sales People Be Blogging?” Bloggen ist heute ein wichtiges Medium, um Interessenten  zu gewinnen und Kunden zu informieren. Die Frage ist nur: Sollten das Vertriebsmitarbeiter von sich aus tun?

1. Fall: Mittleres bis großes Unternehmen

Vertriebsmitarbeiter mittlerer und großer Unternehmen sollten laut Brock nicht selbst über das Unternehmen und seine Produkte bloggen. Diese Aufgaben sollte für das gesamte Unternehmen vom Marketing / PR erfüllt werden. Dieses kümmert sich sowieso um Produktbeschreibungen, die Erstellung von Werbetexten und die Kommunikation von News. Eine unnötige Überschreitung der Zuständigkeitsbereiche sollte unbedingt vermieden werden, damit es nicht zu Missverständnissen und Verwirrungen in der Außenkommunikation kommt.

Das oft zeitaufwendige Erstellen von Blogbeiträgen durch Vertriebsmitarbeiter hält Brock für eine Zeitverschwendung, die Mitarbeiter von der eigentlichen Arbeit abhält. Vertriebsmitarbeiter sollen sich auf ihre Kernaufgaben, den direkten Kundenkontakt und das erfolgreiche Verkaufen, konzentrieren. Die Mitarbeiter im Vertrieb  können in ihrer Freizeit durchaus private Blogs betreiben, um ihren persönlichen Neigungen, Hobbys und Interessen nachzugehen.

2. Fall: Einzel- und Kleinunternehmen

Laut dem Statistischen Bundesamt stellen mit 77,8% die Kleinstunternehmen den überwiegenden Teil der deutschen Wirtschaftslandschaft dar. Die 1,3 Millionen Kleinstunternehmer in Deutschland sind natürgemäß für viele Aufgaben und Verantwortlichkeiten zuständig.

Das Bloggen ist als wichtige Kommunikationsaufgaben im Verkaufen 2.0 ein Teil davon. Allerdings bedeutet besonders für Einzelunternehmer das Schreiben von Blogeinträgen einen hohen Zeitaufwand und bindet dadurch auch wertvolle Ressourcen. Nicht jeder Unternehmer ist der geborene Texter und man kann durch schlechte Blogeinträge auch viel Kundenvertrauen verlieren.

Besser wäre es, das Schreiben der Blogartikel an kostengünstige Freelancer oder kleinere Social Media-Agenturen zu delegieren. Dann kann sich der Einzel- und Kleinunternehmer besser auf seine Kernaufgaben konzentrieren.

3. Diskussion

Bloggen bietet großartige Möglichkeiten im Vertrieb 2.0, um Diskussionen mit Kunden anzuregen, Neuigkeiten zu verbreiten oder Interessenten zu gewinnen. Bloggen ist aber auch sehr zeitintensiv. Wie sehen Sie das Kosten-Nutzen-Verhältnis dieses Mediums für den Vertrieb? Würden Sie als Vertriebsleiter Ihre Verkäufer bloggen lassen oder halten Sie dies für eine Zeit- und Ressourcenverschwendung? Ihre Meinung ist gefragt!

Comments 2

  1. Michael van Laar

    Eine in der Tat nicht ganz leicht zu beantwortende Frage, auf die es meiner Meinung nach keine eindeutige Antwort gibt. Hier stehen sich Effizienz und Authentizität gegenüber.

    Denn unabhängig von der Unternehmensgröße sind Vertriebsmitarbeiter in vielen Fällen die direkteste Verbindung zum Kunden. Also wäre es nur konsequent, wenn dieser direkte Draht zum Kunden auch im Web weitergeführt würde, zumal es technisch so einfach möglich ist. Andererseits bestünde bei dem ein oder anderen Vertriebsmitarbeiter sicherlich die Gefahr, dass das Bloggen einen willkommenen Vorwand für das Aufschieben unangenehmer Vertriebsaufgaben abgäbe.

  2. Dr. Michael Franz

    Ihren Punkt mit dem direkten Draht zum Kunden finde ich sehr wichtig. Deshalb sollten Vertriebsmitarbeiter auch über XING, Twitter, Facebook, LinkedIN, etc. den Kontakt zu ihren Kunden und Interessenten halten.
    Aber beim bloggen, sehe ich auch die von Ihnen genannte Gefahr, das dabei die eigentliche Vertriebsaufgabe aufgeschoben wird.

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